Themen: Klima&Energie, Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik
Regionen: International, Europa
CDU/CSU und AfD im Europäischen Parlament haben für einen Antrag gestimmt, der die Umsetzung der neuen EU-Abwasserrichtlinie vorerst aussetzen und die Pharmaindustrie von Kosten zur Entfernung von Arzneimittelrückständen entlasten soll. Die Richtlinie sieht eine vierte Reinigungsstufe in kommunalen Kläranlagen vor, um zusätzliche chemische Schadstoffe aus dem Abwasser zu filtern. Mindestens 80 Prozent der Umrüstungskosten sollen Pharma- und Kosmetikunternehmen tragen; bis Mitte 2027 müssen EU-Staaten die Vorgaben umsetzen. Die deutsche Gesundheitsministerin Nina Warken hatte zuvor eine Überprüfung verlangt. Die Grünen-Abgeordnete Jutta Paulus warnt, ein Aufschub gefährde den Schutz des Trinkwassers, weil Arzneimittelwirkstoffe und weitere toxische Substanzen in Flüsse gelangen könnten. Industrieverbände kämpfen seit Monaten gegen die Richtlinie und verweisen auf mögliche Belastungen für Arzneimittel- und Kosmetikversorgung. Recherchen zur Belastung des Rheins zeigen laut Darstellung, dass zahlreiche Stoffe aus Industrieabwässern noch unerforscht und potenziell gesundheitsschädlich sind.