Themen: Geopolitik, Krieg&Frieden
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Der Beitrag plädiert für eine neue europäische Sicherheitsordnung, die an Erfahrungen des KSZE-Prozesses während des Kalten Kriegs anknüpft. Als Grundlage nennt er einen Modus vivendi aus militärischem Status quo, berechenbaren Beziehungen zwischen den Führungen und friedlich ausgetragener politischer Konkurrenz. Aussagen von Helmut Kohl, Hans-Dietrich Genscher, Egon Bahr und anderen werden als Hinweise auf frühere Konzepte eines gemeinsamen europäischen Hauses und eines kollektiven Sicherheitssystems dargestellt. Der Autor bewertet die Nato-Osterweiterung als Missachtung sowjetischer beziehungsweise russischer Sicherheitsinteressen und verweist auf Warnungen Eduard Schewardnadses sowie auf US-amerikanische Überlegungen von 1990. Die seit 1993 aktiv verfolgte Erweiterungsstrategie habe zum Vertrauensverlust zwischen Russland und dem Westen beigetragen. Statt auf Vorwärtsverteidigung und militärische Macht zu setzen, solle Europa Konflikte zivilisieren, Krieg verhindern und Russland in eine dauerhafte Friedensordnung einbeziehen.