Themen: Kultur, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Tessin
Die Zahl der Kulturunternehmen in der Schweiz ist von 2011 bis 2024 um 27 Prozent auf rund 70'000 gestiegen; sie machen 10,7 Prozent aller aktiven Unternehmen aus. Im Tessin betrug das Wachstum laut Roland Hochstrasser vom kantonalen Amt für Analyse und digitales Kulturerbe 29 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Beschäftigten 2024 um 0,9 Prozent ab, während die durchschnittliche Betriebsgrösse seit 2011 von 4,1 auf 3,5 Beschäftigte sank. Hochstrasser wertet die Entwicklung deshalb zwiespältig: Kleine Einheiten können flexibel sein, stehen aber unter hohem Druck, weil wenige Personen Buchhaltung, Projektmanagement, Finanzierung und Publikumsarbeit zugleich leisten müssen. Die Pandemie habe zwar einen Einbruch verursacht, jedoch offenbar keine dauerhaften Folgen hinterlassen. Zur statistischen Kulturwirtschaft zählen heute neben Museen und darstellenden Künsten auch Werbung, audiovisuelle Angebote, Videospiele und kreative Industrien. Renato Martinoni warnt, Zahlen müssten durch Qualitätsmassstäbe und die kaum erfassbare kulturelle Forschungsarbeit ergänzt werden.