Themen: Kultur, CH-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Romandie
Genfer Kulturschaffende werfen der Stadt brutale, willkürliche und widersprüchliche Kürzungen bei Fördergeldern vor. Institutionen und Vereine erhielten teils keine nachvollziehbare Begründung; für kleinere und bereits finanziell belastete Akteure könnten die Folgen existenziell sein. Betroffen sind auch Löhne und laufende Projekte. Zwar wurde das Festival Groove’n’move in letzter Minute verschont und für aktuelle Musik eine zusätzliche Summe von 200'000 Franken bereitgestellt. Die Kulturszene betrachtet dies jedoch als unzureichend. Kulturvorsteherin Joëlle Bertossa wird auch von ihrer eigenen sozialistischen Partei kritisiert, die die Wiederherstellung aller gestrichenen Budgetpositionen fordert. Die Kritik verweist auf frühere Genfer Kulturkonflikte und auf die 2019 mit 83 Prozent angenommene Gesetzesgrundlage zur Kulturförderung. Diese hatte Mitfinanzierung, Mitsprache, faire Entlöhnung und eine kohärente Kulturpolitik versprochen. Für den 14. November ist ein gemeinsamer Protest gegen die als Sparpolitik verstandenen Entscheide angekündigt.