Themen: Bildung, Gesellschaft, Kultur
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Die Stadt Bern stellt ab Schulbeginn im August 2026 ihr 2019 an der Schule Matte gestartetes Pilotprojekt für zweisprachigen Unterricht ein. Rund 90 Schülerinnen und Schüler wechseln damit in deutschsprachige Quartiersschulen oder an französischsprachige Schulen. Die Behörden begründen den Schritt mit technischen, organisatorischen und finanziellen Gründen; Sprachverbände und Parteien kritisieren ihn als Signal gegen die Frankophonie. Nach Daten der Stadt gaben 2021 bis 2023 rund 7220 Personen über 15 Jahren, 6,4 Prozent der Bevölkerung, Französisch als Hauptsprache an. Mit Personen, die zu Hause zusätzlich Französisch sprechen, beträgt der Anteil 7,3 Prozent. Frankophone Familien konzentrieren sich besonders in Länggasse-Felsenau, Kirchenfeld-Schosshalde und Mattenhof-Weissenbühl. Pendlerinnen und Pendler aus der Romandie prägen das Stadtbild zusätzlich, erscheinen aber nicht in der Wohnbevölkerungsstatistik. Frankophone Institutionen, Kulturangebote und einzelne städtische Informationen bestehen weiter. Der Grosse Rat beauftragte den Regierungsrat zudem, bilinguale Klassen künftig in allen Berner Gemeinden zu ermöglichen.