Themen: Partei-Politik, Demokratie
Regionen: International, Europa
Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September liegt die AfD in Umfragen bei bis zu 43 Prozent. Sie könnte stärkste Kraft werden und unter Umständen sogar allein regieren, falls SPD und Grüne an der Fünfprozenthürde scheitern. Die Auswertung früherer Landtagswahlen zeigt jedoch, dass Umfragen keine punktgenauen Vorhersagen sind. Bei der Sachsen-Anhalt-Wahl 2021 wurde die AfD vorab um bis zu fünf Prozentpunkte überschätzt, während die CDU mit 37,1 Prozent deutlich besser abschnitt als prognostiziert. Wahlforscher Thorsten Faas verweist auf späte Entscheidungen, taktisches Wählen und methodische Verzerrungen. Umfragen können zudem selbst Wahlentscheidungen beeinflussen, etwa wenn Wählerinnen und Wähler Parteien über der Sperrklausel gezielt unterstützen. Besonders viele aktuelle Erhebungen stammen von wenigen Instituten und Auftraggebern. Faas fordert mehr Transparenz über Unsicherheiten: Institute sollten Resultate stärker als Bandbreiten ausweisen, statt exakte Prozentwerte zu suggerieren.