Themen: Geopolitik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Nordamerika, Europa
Kanadas Premierminister Mark Carney hat die laufenden Handelsverhandlungen mit Washington abgebrochen und begründet dies mit der Verteidigung kanadischer Souveränität, der französischen Sprache und der Kultur. Der ehemalige Investment- und Zentralbanker wird damit als wichtige Stimme gegen die Politik von Donald Trump dargestellt. Bereits in Davos im Januar 2026 hatte Carney für einen Zusammenschluss mittlerer Mächte gegen die Hegemonie grosser Staaten geworben. US-Bestrebungen, Kanada zum 51. Bundesstaat zu machen, hätten im sonst zurückhaltenden Land eine entschlossenere Haltung gefördert. Kanada verfüge allerdings über strategischen Spielraum, weil es einen grossen Teil der US-Importe von Gas, Erdöl und Strom liefere. Europa zeige sich trotz enger wirtschaftlicher Beziehungen zu den USA weniger entschlossen. Als Gründe nennt der Autor die Abhängigkeit von der Nato, die Bedrohung durch Russland, atlantische Traditionen und fragile politische Mehrheiten in Ländern wie Frankreich und Deutschland. Umfragen zufolge unterstützten drei Viertel der Kanadier einen harten Kurs gegenüber Washington.