Themen: Gesellschaft, Leben
Regionen: Schweiz, Wallis/Graubünden
Köbi ist der letzte ganzjährige Bewohner des Zwischbergentals im Wallis, einer 16 Kilometer langen, abgelegenen Grenzregion zwischen dem Simplon und Italien. Im Winter halten Schnee und Lawinen die schmale Zufahrtsstrasse unpassierbar; sein Haus verlässt er dann fast nur, um die Tiere im Stall gegenüber zu versorgen. Milch und Käse kann er in dieser Zeit nicht verkaufen, Einkäufe sind ebenfalls unmöglich. Deshalb deckt er sich jeden Herbst im Piemont für Monate ein, unter anderem mit 100 Kilogramm Pasta, 40 Kilogramm Reis und 50 Kilogramm Polenta. Die Geschichte des Tals ist eng mit Italien verbunden: Viele Bewohner sprachen neben ihrem Dialekt Italienisch, und Köbis Grossvater Johann Squaratti kam 1904 aus der Gegend von Bergamo nach Bällegga. Früher lebten rund 120 Menschen von Viehhaltung, Tauschhandel und teils Schmuggel. Neue Strassen, staatliche Unterstützung und moderne Landwirtschaft verbesserten die Lebensbedingungen, doch die übrigen Bewohner zogen fort oder verbringen nur noch den Sommer mit ihren Tieren im Tal.