Themen: Ukraine Krieg, Kultur, Demokratie
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Michail Schischkin und Gennadi Drusenko sehen den Krieg gegen die Ukraine als Bedrohung für Freiheit, Würde und kritisches Denken auf beiden Seiten. Schischkin beklagt, Europa und der Westen hätten der Ukraine nicht genügend Waffen für einen Sieg geliefert; die Solidarität sei gegenüber 2022 deutlich schwächer geworden. Er erwartet nach Putin keinen einfachen demokratischen Bruch, sondern einen erneuten Kreislauf aus schwacher Herrschaft, Chaos und neuer starker Macht. Drusenko warnt, dass Krieg in Russland wie in der Ukraine einen Herdentrieb fördere und individuelle Rechte hinter Patriotismus zurückdränge. Schischkin, von Russland zum «ausländischen Agenten» erklärt, stellt den von ihm mit Schweizer Slawisten gegründeten Preis DAR vor. Dieser soll russischsprachige Literatur jenseits nationalstaatlicher und patriotischer Kategorien fördern sowie Autorinnen, Autoren und Verlage unterstützen, darunter Menschen im Exil und unter Beschuss in der Ukraine.