Themen: Klima&Energie, CH-Politik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Neue Atomkraftwerke könnten laut einer Studie von TA-Swiss winterliche Stromlücken in der Schweiz verringern und die Abhängigkeit von Stromimporten begrenzen. Untersucht wurden grosse Reaktoren der Generation III/III+, wassergekühlte kleine modulare Reaktoren sowie fortgeschrittene modulare Reaktoren mit anderen Kühlmitteln. Für einen Baubeginn um 2040 gelten nur die ersten beiden Technologien als ausreichend ausgereift. Zwischen Machbarkeitsprüfung und Inbetriebnahme vergingen voraussichtlich rund 20 Jahre, unter anderem wegen Bewilligungen und möglicher lokaler Referenden. Kernenergie würde erneuerbare Energien nicht ersetzen, könnte aber den Bedarf an zusätzlicher Solar- und Windkraft senken. Die Baukosten seien jedoch sehr hoch und unsicher; internationale Projekte verzeichneten häufig massive Verzögerungen und Kostenüberschreitungen. Private Finanzierung ohne staatliche Risikoteilung erscheine kaum realistisch. Der Weiterbetrieb bestehender Anlagen sei derzeit die günstigste Übergangslösung. Offene Fragen betreffen zudem insbesondere die Entsorgung von Abfällen innovativer Reaktoren sowie die fehlende stabile politische Mehrheit für Neubauten.