Themen: Gesellschaft, Kultur
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Fritz Rudin, in Basel als «Legionär» bekannt, ist nach der Jodlerparade am 28. Juni im Alter von 75 Jahren eines natürlichen Todes gestorben. Rudin war als Einzelgänger oft in Militäruniformen und mit Uniformhüten im Stadtbild präsent, weshalb sich zahlreiche Legenden um eine angebliche Vergangenheit in der Fremdenlegion bildeten. Tatsächlich trug er die Uniformen nach eigenen Angaben, weil sie ihm gefielen. 1989 hatte er sich nach Liebeskummer mit Petrol übergossen und angezündet. Ein Nachbar rettete ihn; zwei Drittel seiner Haut waren verbrannt, er verlor beide Ohren und einen grossen Teil seiner Sehkraft. Später lebte Rudin im Wohn- und Pflegezentrum Zum Lamm. Seine grosse Leidenschaft galt der Eisenbahn: Sein Zimmer war mit Büchern, Modellen und Bildern gefüllt, und dank SBB-Gutscheinen sowie einem geerbten Generalabonnement unternahm er häufig Zugfahrten. Mit seinem Tod verliert Basel ein markantes Stadtoriginal.