Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Romandie
Fanny Desarzens’ vierter Roman «Tant que danseront les enfants» folgt einem zunächst isolierten Kind, das Teil einer Gruppe von Freundinnen und Freunden wird. Sie treffen sich, erzählen einander Geschichten und erleben ihre Kindheit in einer Stadt, die sich durch Modernisierung verändert. Baustellenlärm, verlorene Farben und neue, einengende Elemente prägen ihren Alltag. Auf einem brachliegenden Gelände finden die Kinder einen Rückzugsort, an dem Spiel, gemeinsame Abenteuer und erfundene Geschichten ihre Fantasie stärken. Die Rezension hebt hervor, dass Kreativität im Roman nicht aus Einsamkeit oder bewusst erzeugter Langeweile entsteht, sondern aus Begegnung und geteilten Erfahrungen. Desarzens gestalte die Wahrnehmung der Kinder mit einem impressionistischen Stil: Er nehme ihre Ausdrucksweisen auf, verbinde Unmittelbarkeit mit Langsamkeit und lasse Realität und Vorstellung ineinander übergehen. Erwachsene bleiben dabei im Hintergrund; ihre eigene imaginationsstiftende Seite wird indirekt befragt.