Themen: Wissenschaft, Gesundheit
Regionen: International, Europa
Eine Untersuchung der Universität Wien mit 198 Studierenden im Durchschnittsalter von 24 Jahren hat Zusammenhänge zwischen Händigkeit, Persönlichkeit und depressiven Symptomen geprüft. Im Big-Five-Modell erzielten Rechtshänder durchschnittlich höhere Werte bei Gewissenhaftigkeit und Extraversion, Linkshänder höhere Werte bei Neurotizismus. Bei Offenheit und Verträglichkeit zeigte sich kein bedeutsamer Unterschied. Bei den abgefragten depressiven Symptomen lagen Frauen zunächst im Durchschnitt über Männern. In der gemeinsamen Betrachtung von Geschlecht und Händigkeit wiesen konsistent linkshändige Männer sowie konsistent rechtshändige Frauen die höchsten Werte auf; am niedrigsten lagen inkonsistent rechtshändige Frauen und konsistent rechtshändige Männer. Die Forschenden sehen mögliche Hinweise auf unterschiedliche neurobiologische Mechanismen der Emotionsverarbeitung. Die Studie stellt jedoch keine klinischen Diagnosen, beruht auf einer kleinen, sozial ähnlichen Stichprobe und erfasst nur einen Zeitpunkt. Sie zeigt Zusammenhänge, aber keine Ursachen; eine Aussage über einzelne Personen oder ein allgemeines Depressionsrisiko ist nicht möglich.