Themen: Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft, Technologie
Regionen: International, Europa
Der Konflikt über ein milliardenschweres Sparpaket bei Volkswagen verschärft sich vor der Aufsichtsratssitzung vom 4. September. Der Vorstand um Konzernchef Oliver Blume hat seine Umstrukturierungspläne erneut eingereicht. Gleichzeitig liegt ein Alternativkonzept der Arbeitnehmerseite vor, das einen Umbau ohne radikale Einschnitte und ohne Werksschliessungen vorsieht. Der Vorstand plant laut Bericht die Schliessung der Werke Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau, mindestens 50'000 Stellenstreichungen sowie eine Verselbständigung der Marke VW. Betriebsrat und das Land Niedersachsen als zweitgrösster Aktionär lehnen insbesondere die Abspaltung und Standortschliessungen ab. Bereits im Juli scheiterte der Sparplan im Aufsichtsrat an den Stimmen der Arbeitnehmervertretung und Niedersachsens. Arbeitnehmer und IG Metall verfügen über zehn der zwanzig regulären Sitze; mit den zwei Vertretern Niedersachsens könnten sie eine Mehrheit bilden. VW begründet den Handlungsdruck mit eingebrochener Nachfrage in China, verzögerter Elektrifizierung und Digitalisierung sowie milliardenschweren US-Zöllen. Eine interne Analyse erwartet ohne Einschnitte ab 2030 Verluste.