Prometheus: Der unabhängige Medienspiegel der Schweiz

Seite wird geladen …

Zum Inhalt springen
Zurück zur Übersicht

Märchen mit Schattenseiten

Zwoelf
Märchen mit Schattenseiten

Themen: Sport, Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, International Unbestimmt

Nationalteams aus Haiti, afrikanischen Staaten und weiteren Ländern setzen zunehmend auf Spieler, die in Europa oder Nordamerika aufgewachsen und ausgebildet worden sind. Haiti qualifizierte sich mit einem grossen Anteil solcher Akteure erstmals seit 52 Jahren für eine WM, während Costa Rica die Endrunde verpasste. Auch Kapverden, die Demokratische Republik Kongo, Marokko oder die Komoren profitieren von grossen Diasporas. Die Sport-Governance-Analystin Steff Ndei warnt, Diaspora-Spieler könnten Systemversagen verdecken. Verbände erhielten mit einem Anruf und FIFA-Prämien schnell sportliche Verstärkung, während lokale Ligen, Jugendwettbewerbe und Klubs vernachlässigt würden. Moderne Trainingszentren oder Stadien genügten nicht, wenn Spieler keine regelmässigen Meisterschaften bestreiten könnten. Regeländerungen seit 2009 erleichterten Nationenwechsel von Doppelbürgern. Die Schweiz profitiert dagegen vor allem von Zuwanderung, sucht aber ebenfalls im Ausland nach spielberechtigten Kandidaten. Ndei und Trainer Cyprian Ashu fordern, lokale Klubs zu stärken, damit sie Spieler entwickeln, Transfereinnahmen erzielen und Arbeitsplätze schaffen können.

www.zwoelf.ch

Zum Originalartikel