Themen: Kultur/Feuilleton, Demokratie, KI/Digital
Regionen: Schweiz, Tessin
Markus Krienke, Professor für moderne Philosophie und Sozialethik an der Theologischen Fakultät Lugano, schildert, wie ihn Umberto Ecos «Der Name der Rose» beim Italienischlernen prägte. Kultur, Musik und Zeitungen seien für ihn ein Zugang zu einer neuen Realität, der über das Lernen mit Lehrbüchern hinausgehe. Als wichtige Lektüre empfiehlt Krienke Riccardo Manzottis Essay «Sono libero, o non sono», der Freiheit als Grundlage menschlicher Existenz versteht. Die Freiheit und die Person müssten gerade in einer Gesellschaft ohne frühere Gewissheiten im Mittelpunkt bleiben. Krienke sieht die Demokratie in einer Krise, aber nicht am Ende: Sie müsse neu gedacht werden, damit der Niedergang nicht endgültig werde. Mit Blick auf künstliche Intelligenz und neue Technologien verweist er auf deren Verbindung mit wirtschaftlicher und politischer Macht. Technologische Entwicklungen könnten die Geopolitik verändern und würden gefährlich, falls die Gesellschaft die Kontrolle darüber verliere.