Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Felix Schläpfer kritisiert die Qualitätsmessung des Jahrbuchs «Qualität der Medien» des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft an der Universität Zürich. Die verwendeten Indikatoren bewerteten unter anderem Themenrelevanz, Einordnungsleistung, Sachlichkeit, gezeichnete Beiträge und redaktionelle Eigenleistung. Diese Kriterien seien zwar klar definiert, erfassten aber nur einen kleinen Teil dessen, was Medienqualität ausmache. Insbesondere fehlten nach Schläpfers Auffassung Messgrössen für die Abhängigkeit der Auslandberichterstattung von US-nahen Quellen, für ideologische oder wirtschaftliche Interessen sowie für Voreingenommenheit. Als Beispiel nennt er die häufige Bezugnahme von NZZ, Tages-Anzeiger und SRG auf das Institute for the Study of War. Eine eigene Stichprobe zur Verwendung des Begriffs «Propaganda» wertet er als Hinweis auf eine asymmetrische Zuschreibung gegenüber nichtwestlichen Akteuren. Das Jahrbuch behandle methodische Grenzen zu wenig kritisch und spreche dennoch von «Gesamtqualität». Zudem sieht Schläpfer wegen der Finanzierung des Fög über mediennahe Stiftungen einen Interessenkonflikt.