Themen: Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur, International, Europa
Eine in Chisinau wohnhafte moldauische Unternehmerin mit rumänischer Staatsbürgerschaft erhält bei UBS und Zürcher Kantonalbank offenbar keine Möglichkeit, ein Konto zu beantragen. Ein Schweizer Bekannter fragte bei beiden Instituten zunächst an, welche Unterlagen für einen möglichen KYC-Prozess erforderlich wären. Nach seiner Darstellung erklärten die Banken, ein Treffen sei nicht nötig, und verwiesen auf interne Länderlisten. Danach würden rumänische oder moldauische Staatsbürger ohne Schweizer Pass nicht als Kunden aufgenommen. Die Unternehmerin und ihre Firmen seien in Moldau steuerpflichtig; eine Schweizer Aufenthaltsbewilligung habe sie nicht. Der Vermittler kritisiert eine pauschale Behandlung nach Staatsangehörigkeit und Wohnsitz und erhielt laut eigener Aussage keine schriftliche Bestätigung der Absage. UBS beantwortete eine Medienanfrage nicht. Die ZKB nahm zum Einzelfall keine Stellung, erklärte aber generell, sie erbringe aus Risikoüberlegungen und geschäftspolitischen Erwägungen für Personen ohne Schweizer Staatsangehörigkeit mit Domizil in bestimmten Ländern keine Dienstleistungen. Der Fall steht im Kontext eines schrumpfenden Schweizer Offshore-Bankgeschäfts und sinkender Beschäftigtenzahlen in der Branche.