Themen: Gesundheit, Wissenschaft
Regionen: International, Europa
Der österreichische Blog TKP behauptet, mehrere Studien belegten die völlige Wirkungslosigkeit und Gefährlichkeit von Grippeimpfungen für Kleinkinder. Die angeführten Daten stützen dieses Urteil nicht. Eine Studie aus Katalonien fand nach Einführung eines Impfprogramms keinen Rückgang von Fällen und Hospitalisierungen auf Bevölkerungsebene. Sie untersuchte aber nicht den individuellen Schutz; Impfquoten von 19 und 27 Prozent könnten für einen Bevölkerungseffekt zu niedrig gewesen sein. Zudem können veränderte Testverfahren und saisonal unterschiedliche Impfstoffwirksamkeit die Ergebnisse beeinflussen. Ein US-Preprint zu Gesundheitspersonal ergab nur bei hoher Infektionsaktivität eine erhöhte Erkrankungswahrscheinlichkeit Geimpfter; die Autoren sehen darin keinen Beleg für Wirkungslosigkeit. Ein FDA-Schreiben verweist auf seltene Fieberkrämpfe kurz nach Impfungen, die absoluten Zahlen lagen bei etwa 21 beziehungsweise 44 Fällen pro Million Dosen. Fieberkrämpfe können auch nach Influenza auftreten und bleiben meist folgenlos. Fachleute betonen, die Wirksamkeit variiere nach Saison, Virusstamm und Impfstoff; für eine generelle Wirkungslosigkeit oder Schädlichkeit gebe es keine Belege.