Themen: Gesellschaft, Leben
Regionen: Schweiz, Romandie, International, Europa
Annemasse in Haute-Savoie wird als französische Nachbarstadt Genfs porträtiert, deren Entwicklung vollständig von der Nähe zur Schweiz geprägt ist. Trotz gemeinsamer Geografie, dichter Bebauung und neuer Verbindungen wie Tram 17 und Léman Express bleibt die Grenze sozial und mental stark spürbar. Historische Gegensätze zwischen Genf und Savoyen, Vorbehalte gegenüber Grenzgängern und Konflikte über Verkehr, Parkplätze, Wohnungsbau und Schulzugang belasten die Zusammenarbeit im Grossraum Genf. Annemasse leidet unter einem raschen, häufig kritisierten Immobilienwachstum und einer von Beton geprägten Stadtlandschaft. Die hohe Schweizer Kaufkraft verschärft die sozialen Unterschiede: Wer in der Schweiz arbeitet, verfügt über andere Möglichkeiten als die übrige Bevölkerung; Mieten steigen, während lokale Geschäfte, Spitäler und Polizei Rekrutierungsprobleme haben. Zugleich schildert der Autor eine vielfältige Stadt mit unterschiedlichsten Bewohnern, Läden und prägenden Persönlichkeiten. Annemasse sei keine blosse problematische Banlieue, sondern Genfs wirtschaftlich und gesellschaftlich eng verbundene Schattenseite.