Themen: Sport, Gesellschaft
Regionen: International, Nordamerika
Amnesty International Schweiz sieht die Fussball-WM 2026 in Nordamerika durch Menschenrechtsrisiken überschattet. Besonders kritisiert die Geschäftsleiterin das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE sowie Fälle, in denen Fans, Teammitglieder, Medienschaffende oder Schiedsrichter nicht einreisen konnten. In Mexiko verweist sie auf Polizeigewalt, Einschüchterungen von Journalistinnen und Journalisten, Bedrohungen für LGBTQIA+-Personen und die Mobilisierung von 100’000 Polizeikräften, darunter 20’000 Angehörige der Nationalgarde. Auch Kanada bleibe nicht ohne Kritik: Im Umfeld von WM-Stadien seien Obdachlose weggeschafft worden, häufig Menschen indigener Gruppen. Amnesty will bei Public Viewings und Gesprächsrunden Sport und Menschenrechtsdebatten verbinden. Von der FIFA verlangt die Organisation, ihre eigenen Standards durchzusetzen und von Gastgebern konkrete Pläne gegen Rechtsverletzungen einzufordern. Fortschritte seien unter öffentlichem Druck möglich gewesen, etwa bei Arbeitsrechten in Katar und der Anerkennung des afghanischen Frauennationalteams. Die FIFA könne Sport laut Amnesty nicht als unpolitisch darstellen, zumal sie selbst einen Friedenspreis an Donald Trump vergeben habe.