Themen: Gesellschaft, Gleichstellung, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Saskia Leber erhält den Prix Courage 2026 für ihren öffentlichen Einsatz nach Erfahrungen sexualisierter Gewalt. Sie machte ihren Kampf gegen Institutionen publik und wehrte sich gegen behördliche Entscheide, weil sie auf Anerkennung als Betroffene bestand. Die Jury unter Präsidentin Eveline Widmer-Schlumpf würdigt, dass Leber aus einer zutiefst persönlichen Erfahrung ein Anliegen für andere Betroffene gemacht habe. Leber kannte den Täter, hatte emotionale Nähe zugelassen und viel Zeit mit ihm verbracht; dies ändere nichts an ihrem Anspruch auf Schutz und Anerkennung, nachdem sie manipuliert und später gestalkt worden sei. Ihre Geschichte solle eine Debatte über verpassten Opferschutz anstossen. Hinweise auf Gewalt, Gefährdungseinschätzungen und Befürchtungen Betroffener müssten von staatlichen Institutionen ernst genommen werden. Der Preis soll das Bewusstsein für sexualisierte Gewalt stärken und Betroffenen Mut machen. Jede Form von Victim Blaming sei zurückzuweisen; «Nein ist Nein» gelte unabhängig von vorangegangenen Umständen.