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Proteste a Milano: «Il disagio non spiega tutto»

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Proteste a Milano: «Il disagio non spiega tutto»

Themen: Gesellschaft, Innen-Politik

Regionen: International, Europa

Nach den gewaltsamen Protesten vom 17. und 18. Oktober in Mailand sieht der Soziologe Luca Ricolfi eine Mischung aus Hyperkonsum und dem Bedürfnis junger Menschen, in sozialen Medien als einzigartig wahrgenommen zu werden. Bei den Ausschreitungen wurden Stadtteile verwüstet und Geschäfte geplündert; viele der zur Polizei gebrachten Jugendlichen sind minderjährig, teils jünger als 15 Jahre. Ricolfi unterscheidet nicht klar zwischen ideologisch motivierten Demonstrierenden und Gewalttätern: Politische Forderungen und Slogans seien oft vermischt. Er vermutet zudem eine gewisse Nachahmung der vorherigen Proteste an französischen Schulen, hält Italiens Lage aber für weniger explosiv. Den Begriff Jugendunwohlsein bezeichnet er als wenig aussagekräftig, solange Plünderer nicht systematisch befragt würden. Die Verantwortung für die Ausschreitungen verortet er vor allem bei Familie und Bildungsinstitutionen. Repression sei nötig, strukturelle Lösungen seien jedoch kaum erkennbar. Die jüngste Ruhe erklärt er auch mit Prävention, Geheimdiensten und dem Einsatz der Armee zur Unterstützung der Polizei.

www.cdt.ch

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