Themen: Gesundheit, Gesellschaft
Regionen: International, Nordamerika
Quebec verzeichnet mit acht assistierten Freitoden pro 100 Todesfällen den höchsten im Vergleich genannten Anteil. In den Niederlanden liegt der Wert bei 5,8, in Kanada bei 5,1 und in der Schweiz bei 2,3. Quebec legalisierte die medizinisch unterstützte Sterbehilfe 2014; nach langen öffentlichen Diskussionen geniesst sie laut Darstellung breite gesellschaftliche Akzeptanz. Alle Pflegeheime müssen den begleiteten Freitod anbieten. Ärztinnen und Ärzte dürfen Patientinnen und Patienten auf diese Möglichkeit hinweisen, während Ärzte oder speziell ausgebildete Pflegefachpersonen die tödliche Injektion verabreichen. Anders als in Ländern, in denen Sterbewillige ein Mittel selbst einnehmen müssen, ist die Durchführung damit medizinisch begleitet. Auch Menschen mit Demenz oder schweren chronischen Krankheiten können Sterbehilfe beantragen, und die Krankenkassen übernehmen die Kosten vollständig. Die einst einflussreiche katholische Kirche findet mit ihrer Ablehnung aktiver und passiver Sterbehilfe kaum noch Zustimmung.