Themen: Ukraine Krieg, Geopolitik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Russland/Eurasien
Der Beitrag argumentiert, dass der Ukraine-Krieg Russland nicht in einen Zusammenbruch führen werde wie der Afghanistan-Krieg die spätsowjetische Krise mitprägte. Die sowjetische Intervention von 1979 bis 1989 wird als Trauma beschrieben, das Unzufriedenheit und bestehende wirtschaftliche sowie soziale Spannungen verschärfte. Als zentrale Faktoren des damaligen Niedergangs gelten zudem die gesundheitlich geschwächte Führung unter Breschnew, Andropow und Tschernenko, Versorgungsprobleme und gescheiterte Reformen. Für das heutige Russland hebt der Autor Unterschiede hervor: Die Führung sei generationsbewusst, die industrielle und technische Basis intakt, die Landwirtschaft weitgehend selbstversorgend und die Wirtschaft weniger abhängig von Öl und Gas. Westliche Sanktionen hätten Importsubstitution und die Orientierung auf China und Belarus verstärkt. Chinesische Fahrzeuge sowie belarussisch-chinesische Produktion ersetzten zunehmend westliche Marken. Zugleich räumt der Beitrag Defizite bei Demokratie, Rechtsstaat und Pressefreiheit ein und hält fest, dass nicht alle Russinnen und Russen den Krieg unterstützen. Die politische und wirtschaftliche Entfremdung vom Westen werde jedoch langfristige Folgen haben.