Themen: Geopolitik, Krieg&Frieden
Regionen: International, China
China wird als historisch von äusseren Angriffen, kolonialer Unterwerfung und inneren Krisen geprägtes Land dargestellt. Der Beitrag verweist auf die grosse Flotte des Admirals Zheng He im frühen 15. Jahrhundert, die Handelswege und kaiserliches Prestige sichern, jedoch keine Kolonien erobern sollte. Wegen der Bedrohung durch mongolische Angriffe habe China seine Seefahrt später weitgehend eingestellt. Im 19. Jahrhundert zwangen westliche Mächte dem geschwächten Kaiserreich ungleiche Verträge auf; Revolution, Warlord-Herrschaft, japanische Aggression und Bürgerkrieg folgten. Die kommunistische Revolution stehe deshalb auch für nationale Eigenständigkeit. Die heutige militärische Modernisierung und Seestrategie Pekings werden als Reaktion auf historische Erfahrungen und mögliche Blockaden gedeutet. Besonders Taiwan gelte der chinesischen Führung als unvollendeter Teil der Revolution. Kritisiert wird, dass der Schweizer Nachrichtendienst China vorwiegend als expansive hybride Bedrohung bezeichne, ohne diese Hintergründe ausreichend einzubeziehen.