Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: International, International Unbestimmt
Der Literaturnobelpreis 2026 für die kanadische Altphilologin und Übersetzerin Anne Carson ist für Francesca Rigotti ein Zeichen der Hoffnung. Carson verbindet Erzählung, Essay, Lyrik und Prosa. Anhand ihrer Gedanken über Wolken und Wörter reflektiert Rigotti über Fantasie und die Wurzeln der Sprache. Das Wort «Skrupel» führt sie auf den lateinischen Ausdruck für ein Steinchen zurück, das im Schuh drückt. Wie Reue könne auch ein Skrupel schmerzen – manche Menschen schienen jedoch beides nicht zu empfinden. Rigotti wendet sich gegen die Vorstellung, moderne Technik und alte Sprachen seien unvereinbar. Die Antike habe Denkmodelle hinterlassen, mit denen Menschen sich selbst und die Wirklichkeit verstehen. Als Beispiel nennt sie Prometheus: Der Titan brachte den Menschen das Feuer und damit schöpferisches Wissen, dessen positive und negative Kräfte es zu bedenken gelte.