Themen: Partei-Politik, Demokratie, Geopolitik
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Serbien wählt 250 Mitglieder der Nationalversammlung. 6,4 Millionen Stimmberechtigte können von 7 bis 20 Uhr abstimmen; erste Resultate werden noch am Abend erwartet. Der frühere Präsident Aleksandar Vučić trat im September vor Ablauf seiner Amtszeit zurück und kann nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Präsidentschaftswahl im Dezember antreten. Die aus den Protesten nach der Tragödie am Bahnhof Novi Sad hervorgegangene Studierendenliste fordert die Koalition «Aleksandar Vučić – Vereintes Serbien» unter Führung der Fortschrittspartei SNS heraus. Umfragen ergeben kein klares Bild. Junge Demonstrierende prangern seit Jahren Korruption an. Internationale Beobachter von OSZE, Europarat und Europaparlament begleiten die Wahl. Kritik richtet sich auch gegen 28 Wahllokale in Bosnien-Herzegowina: Viele Doppelbürger der Republika Srpska besitzen serbische Pässe, während Wahlmöglichkeiten in anderen Auslandsgemeinden begrenzt bleiben. Serbiens Russlandpolitik erhöht die geopolitische Bedeutung des Urnengangs.