Themen: Kultur, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Dänische Serien wie «The Killing», «Borgen» und «The Bridge» verbanden lokale Eigenheiten mit gesellschaftlichen Fragen und fanden international ein Publikum. Laut Expertin Anne Marit Waade beruhte ihr Erfolg auf einer neuen Generation von Filmschaffenden, dem Produktionsmodell des öffentlichen Senders DR und der Nachfrage von Streamingplattformen. DR investierte viel Zeit in Drehbücher und verknüpfte spannende Handlungen mit sozialen Themen. Um 2022 geriet das Modell unter Druck: DR musste mit weniger Geld auskommen, während Streamingdienste Investitionen reduzierten. Netflix stoppte nach einem Konflikt über die Vergütung von Kunstschaffenden die Finanzierung neuer dänischer Produktionen für rund anderthalb Jahre. Die Branche beschäftigt weiterhin Tausende; seit 2024 steigen die Fernsehexporte wieder. Eine Abgabe auf Streamingdienste und ein neuer Produktionsanreiz stärken die Finanzierung. Der Produzentenvertreter Rasmus Andersen sieht zudem in der Bewegung Dogma 25 eine neue Generation, die kreative Risiken eingeht. Zugleich warnt er vor der Abwanderung von Talenten.