Themen: Gesellschaft, Migration/Asyl, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
Nach Angriffen der Patriotischen Front auf Tamilen und eine Asylunterkunft in Steinhausen 1989 formierte sich in Zug breiter Widerstand. Bürgerliche Politiker, darunter FDP-Kantonsrat Joachim Eder, kritisierten Polizei und Regierung wegen ihres Umgangs mit rechtsextremer Gewalt und forderten klare Solidarität mit den Betroffenen. Laut Daniel Brunner verlor die Gruppe danach im Kanton rasch ihre Mobilisierungsfähigkeit. Eine beschlagnahmte Mitgliederliste dokumentierte jedoch Verbindungen in mehrere Deutschschweizer Kantone und zur rechtsextremen Szene. Anführer Marcel Strebel blieb politisch aktiv: 1991 erzielte seine Partei für die Zukunft bei den Schwyzer Nationalratswahlen 6,3 Prozent. Im selben Jahr stoppte die Polizei ihn und zwölf weitere Rechtsextreme vor der Bundesfeier in Brunnen; in ihren Fahrzeugen lagen geladene Waffen und Funkgeräte. Die Patriotische Front zerfiel später durch interne Konflikte und Strafverfahren. Strebel wurde nach einem Schusswechsel mit der Polizei zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt und 2001 in Burgdorf erschossen, nachdem er einen Mann mit einem Pickel angegriffen hatte.