Themen: KI/Digital, Partei-Politik, Migration/Asyl
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
KI-generierte Bilder und Videos begleiten laut der Kolumne die Kampagne zur SVP-«10-Millionen»-Initiative. Sie zeigen etwa besorgte Familien vor Koffern, überfüllte Spitäler oder grosse Menschenmengen mit dunkler Hautfarbe. Die Bilder seien häufig verzerrt, aber vor allem maximal eindeutig: Sie verdichteten Ängste vor Kündigung, steigenden Mieten und gesellschaftlicher Überforderung zu emotionalen Deutungsangeboten mit klaren Schuldzuweisungen. Auch synthetische TikTok-Videos angeblicher landesweiter Proteste gegen Zuwanderung und gefälschte Nachrichtensprecherinnen mit behaupteten Zustimmungswerten hätten Aufmerksamkeit erhalten. Entscheidend sei nicht allein, ob Nutzende die Darstellungen für wahr hielten, sondern ob sie darin ihre Weltsicht und Zugehörigkeit bestätigt sähen. Der Autor nennt dies «Slopaganda» und versteht sie als Worldbuilding: Sie erzeuge das Gefühl einer bedrohten, unterdrückten Mehrheit. Faktenchecks, Aufklärung, Regulierung und Verbote allein reichten deshalb nicht aus; erforderlich seien alternative Erzählungen, die reale Sorgen ohne Ausschluss und Ressentiment aufnähmen.