Themen: Leben, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Gregor Zimmermann verlässt das Bellevue Palace Bern Ende Oktober nach 22 Jahren als Schweizer Staatskoch. Bei Staatsbanketten plant er Menüs nach Allergien, religiösen Vorgaben und den Rezepten aus dem Wohnkanton der jeweiligen Bundespräsidentin oder des Bundespräsidenten. Serviert werden meist vier Gänge; störanfällige Schäumchen, knusprige Komponenten und runde Elemente vermeidet die Küche. Sicherheitsvorkehrungen reichen von gescannten Speisen bis zu Vorkostern aus der Entourage eines Staatsgasts. Bei Pannen half die Polizei bereits beim Hochtragen von Servierwagen, als ein Lift ausfiel, und brachte Glace mit Blaulicht zum Bernerhof, nachdem ein Tiefkühler kaputtgegangen war. Zimmermann begann früh in der Gastronomie, wurde mit dem Schweizer Koch-Nationalteam zweimal Weltmeister und arbeitete seit 2004 im Bellevue. Den Wandel von der Gourmetgastronomie zur modernen Brasserie begleitete er mit. Nach seinem Weggang will er besonders junge Berufsleute fördern und dem Fachkräftemangel in der Gastronomie etwas entgegensetzen.