Themen: Geopolitik, Wirtschaft/Finanzen, KI/Digital
Regionen: International, Westasien, Nordamerika
US-Finanzminister Scott Bessent kündigt einen wirtschaftlichen Frontalangriff auf Iran an, der Ölhandel, Schifffahrt, Gold und Luftfahrt treffen soll. Donald Trump spricht von der «härtesten Wirtschaftsoperation aller Zeiten», doch Ölpreise und chinesische ADRs reagieren kaum. Als Grund gilt die abnehmende Glaubwürdigkeit wiederholter Drohungen mit maximalem Druck: Iran, China und die Finanzmärkte erwarteten eher neue Verhandlungen als konsequent durchgesetzte Sanktionen. Peking bleibt als wichtiger Käufer iranischen Öls besonders relevant, während harte US-Sekundärsanktionen gegen China auch die USA belasten könnten. Mit den bevorstehenden Midterms könnte Trumps politischer Spielraum zusätzlich sinken. Der Beitrag verbindet diese Entwicklung mit dem Aufstieg alternativer Zahlungswege. Je stärker Washington das Dollar- und Finanzsystem als Druckmittel nutze, desto attraktiver würden Stablecoins und Krypto-Infrastrukturen für Staaten ausserhalb des westlichen Finanzsystems. Russland schaffe dafür ab 1. September einen regulierten Rechtsrahmen für Bitcoin und andere Kryptowährungen. Stablecoin-Emittenten halten zugleich grosse Bestände an US-Staatsanleihen und könnten damit die Nachfrage nach Treasuries stützen.