Themen: Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik
Regionen: International, Afrika
In Ouagadougou prägen die gelben Verkaufsstände des staatlichen Lotterieunternehmens LONAB den Alltag vieler Wettender. Hausangestellte, Wachleute, Handwerker und andere Menschen mit niedrigen Einkommen setzen auf französische Pferderennen, obwohl Gewinne selten sind und Einsätze ihr knappes Budget belasten. Bei monatlichen Löhnen von rund 50'000 CFA-Francs spielen manche mehrmals wöchentlich oder täglich. Die in Burkina Faso angebotenen Rennen stammen aus Frankreich; die Wetten müssen wegen der Zeitverschiebung bis Mittag abgegeben werden. Laut einem PMU-Verantwortlichen erhalten afrikanische Spielende höchstens 50 Prozent der Einsätze zurück, während das französische PMU 70 Prozent ausschütte. Viele Kundinnen und Kunden kritisieren die fehlende Transparenz der LONAB und vermuten Manipulation. Das Misstrauen steht im Kontext der politischen Umbrüche nach dem Sturz Blaise Compaorés 2014, des Putschversuchs 2015 und der weiterlaufenden Untersuchung zur Ermordung Thomas Sankaras.