Themen: Sport, Wissenschaft, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Ein Seismometer der Universität Bergen hat während der Fussball-WM nach jedem norwegischen Tor kleine Erschütterungen registriert. Laut Seismologieprofessorin Mathilde Sørensen entstehen die Signale durch tausende Fans, die gleichzeitig jubeln, sich bewegen oder in Wohnungen und Bars Lärm erzeugen. Dass die Messungen in Bergen sichtbar sind, überraschte das Forschungsteam, obwohl dort kein Stadion mit Zehntausenden Zuschauern steht. Vor dem Achtelfinalspiel gegen die Elfenbeinküste erwarten die Forschenden wegen des K.-o.-Charakters stärkere Signale und wollen nahe einer öffentlichen Übertragungszone ein temporäres Seismometer aufstellen. Norwegen nimmt erstmals seit 30 Jahren wieder an einer Männer-WM teil, weshalb viele Menschen das Turnier erstmals bewusst erleben. Der landesweite Enthusiasmus zeigt sich auch im viralen, von Wikingern inspirierten Rudergesang und der synchronen Sitzbewegung, die in Kindergärten, Pflegeheimen und sogar im Parlament nachgeahmt wird. In skandinavischen Nachbarländern stösst die Symbolik teilweise auf Kritik.