Themen: Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: International, Europa
Tommaso Buscetta, 1928 in Palermo geboren, wurde 1948 in die Mafiafamilie Porta Nuova aufgenommen und entwickelte sich zu einer bedeutenden Figur der Cosa nostra. Der Text beschreibt sein Aufnahmezeremoniell, die strenge Hierarchie der Familien sowie die Rolle von Capofamiglia, Capodecina und der Kommission beziehungsweise Cúpula. 1972 sass Buscetta wegen Mafiazugehörigkeit im Gefängnis Ucciardone, wo er aufgrund seines Rufs und seiner Kontakte gefürchtet und respektiert wurde. Er pflegte Verbindungen zu einflussreichen Mafiosi wie Stefano Bontate, Salvatore Greco und Lucky Luciano. Buscetta zufolge beeinflussten Luciano und Joseph Bonanno die Schaffung eines zentralen Mafia-Gremiums in Sizilien Anfang der 1960er-Jahre. Ein Konflikt um die Familie Porta Nuova und die Ermordung des Mafioso Calcedonio Di Pisa verschärften die Spannungen innerhalb der Cúpula. Als die Familie aufgelöst werden sollte, floh Buscetta 1963 nach Lateinamerika. Dort erreichten ihn Nachrichten vom Beginn des ersten grossen sizilianischen Mafiakriegs.