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Trotz Vorwürfen wegen Belästigung darf Cary Fukunaga in ZFF-Jury

TSRI
Trotz Vorwürfen wegen Belästigung darf Cary Fukunaga in ZFF-Jury

Themen: Kultur, Gleichstellung

Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur

Das Zurich Film Festival ernennt den Regisseur Cary Joji Fukunaga zum Co-Präsidenten seiner Jury, obwohl mehrere Frauen ihm vor rund vier Jahren Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung vorwarfen. Fukunaga wies die Anschuldigungen zurück; strafrechtlich verurteilt wurde er nicht und äusserte sich nicht zu den Anfragen. Das ZFF erklärt, es habe die Vorwürfe eingehend geprüft und ein direktes, ausführliches Gespräch mit ihm geführt. Nach sorgfältiger Abwägung habe man sich wegen der fehlenden Verurteilung und seiner langjährigen Verbindung zum Festival für die Nominierung entschieden. Fukunaga war 2009 mit «Sin Nombre» im Wettbewerb vertreten. Kritisch bewertet wird die Entscheidung auch mit Blick auf die Vorbildfunktion für Nachwuchsfilmschaffende und Sicherheitsstandards. Festivalchef und Mitbesitzer Christian Jungen vertrat wiederholt eine Linie, umstrittene Filmschaffende nicht auszuschliessen. So programmierte das ZFF 2023 einen Film von Roman Polanski und positionierte sich 2022 gegen das «Canceln» von Filmen. Das Festival betont, sein Programm folge kuratorischen und cineastischen Kriterien sowie einer Vielfalt von Stimmen.

tsri.ch

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