Themen: Geopolitik, Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Südamerika
Erdbeben in Venezuela haben nach den genannten Angaben bisher 3'600 Menschen getötet, 17'000 verletzt und Tausende vermisst zurückgelassen. Als Gründe für die besonders schweren Folgen nennt der Beitrag eine langfristig vernachlässigte Infrastruktur und korrupte staatliche Strukturen. Die auf Ölexporte ausgerichtete Wirtschaft habe westlichen Konzernen, besonders aus den USA, lange grosse Gewinne ermöglicht und zugleich die Abhängigkeit des Landes von Rohstoffeinnahmen vertieft. In den Städten seien unregulierte Armenviertel entstanden, deren Gebäude oft ohne erdbebensichere Standards an steilen Hängen errichtet wurden. Zugleich weist der Beitrag venezolanischen Regierungen Verantwortung für Bauaufsicht und Staatsausgaben zu. Während des Ölbooms unter Präsident Chávez seien erhebliche Mittel in korrupte Netzwerke geflossen. Bauvorschriften seien durch Bestechung und fehlende Kontrollen umgangen worden. Spätere westliche Sanktionen gegen Maduro hätten den wirtschaftlichen Kollaps verschärft und Ressourcen für Katastrophenschutz, Rettungsausrüstung und Sicherheitsstandards weiter eingeschränkt.