Themen: Klima&Energie, Gesellschaft, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, International Unbestimmt
Unbegründeter Optimismus erscheint als Verdrängung angesichts von Ausbeutung, Klimakrise und einer Welt, die auf Pump lebt. Der Text stellt diesem «Kommt schon gut» Gramscis Formel vom Pessimismus des Verstandes und Optimismus des Willens gegenüber: Die schlechte Lage müsse anerkannt werden, ohne auf eine bessere Zukunft zu verzichten. Fortschrittsglaube, etwa bei Elon Musk und seinem Mars-Plan B, wird als Vorstellung kritisiert, die Gegenwart sei bereits der Höhepunkt der Geschichte. Auch Schweizer Politikerinnen und Politiker würden Verzichtsforderungen mit der Warnung vor einer Rückkehr in die Steinzeit abwehren. Die Schweiz könne die Folgen ihrer Lebensweise jedoch nicht dauerhaft auslagern. Flächenbrände und die Hitze auf einer Zugfahrt nach Bari verstärken die Zweifel, ob Kinder in diese Welt gesetzt werden sollen. Wiederholte erfolglose Appelle erzeugen Ohnmacht und begünstigen Verschwörungstheorien. Hoffnung bedeutet dennoch nicht Realitätsverleugnung, sondern den Versuch, scheinbar feste Grenzen zu verändern.