Themen: Partei-Politik, Demokratie, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur, International, Europa
Die aus einer studentischen Protestbewegung hervorgegangene Studentska Lista gewann die serbische Parlamentswahl mit rund 53 Prozent der Stimmen und 140 von 250 Sitzen. Die Serbische Fortschrittspartei von Aleksandar Vučić kam demnach auf rund 39 Prozent. Vorausgegangen waren fast zwei Jahre Proteste, die nach dem Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad am 1. November 2024 entstanden; dabei starben 16 Menschen. Kritiker machten Korruption und Mängel bei der Renovierung verantwortlich. In Winterthur leben laut städtischer Statistik rund 1200 Serb:innen. Viele reisten zur Stimmabgabe nach Zürich; in der Schweiz wählten fast 88 Prozent die Studentenliste. Die Journalistin Nikolina Pantić verfolgt die Entwicklungen aus Winterthur und beschreibt zugleich politische Zurückhaltung in Teilen der Diaspora, die sie mit Erfahrungen eingeschränkter Pressefreiheit verbindet. Soziale Medien seien für die Protestbewegung wichtig gewesen, um Bilder und Informationen zu verbreiten. Junge Menschen engagierten sich zudem sichtbar im öffentlichen Raum. Ob der Wahlsieg einen dauerhaften politischen Wandel bringt, bleibe offen.