Prometheus: Der unabhängige Medienspiegel der Schweiz

Seite wird geladen …

Zum Inhalt springen
Zurück zur Übersicht

Was wir übersehen, wenn wir von „den Kurden“ sprechen

Correctiv Schweiz
Was wir übersehen, wenn wir von „den Kurden“ sprechen

Themen: Gesellschaft, Demokratie, Partei-Politik

Regionen: International, Westasien

Die Diskussion um den deutsch-kurdisch-jesidischen Fussballer Deniz Undav verdeutlicht den Streit darüber, wer kurdische Identität definieren darf und ob sie jesidische Zugehörigkeit einschliesst. Kurdischsein sei weder sprachlich noch religiös, regional oder politisch einheitlich: Kurden in der Türkei, im Irak, in Syrien und im Iran hätten unterschiedliche Erfahrungen mit Unterdrückung, Krieg, Autonomie, Exil und staatlicher Kontrolle gemacht. Kurmandschi, Sorani, Zazakî und weitere Sprachvarianten prägten zudem getrennte Öffentlichkeiten. Auch Jesiden, Aleviten, Yarsan, Christen und säkulare Kurden verfügten über eigene Erinnerungen und Interessen, die nicht einem Nationalismus untergeordnet werden dürften. Politische Gegensätze zwischen KDP, PUK und dem PKK-nahen Umfeld zeigten sich in Kurdistan ebenso wie in der Diaspora, etwa bei getrennten Newroz-Feiern 2026 in Bonn und Frankfurt. Der Beitrag warnt vor der Romantisierung und Vereinheitlichung kurdischer Identität und plädiert für eine demokratische Anerkennung ihrer Vielfalt.

Correctiv Schweiz

Zum Originalartikel