Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Marco Diener plädiert für einen sparsameren Umgang mit Adjektiven und Adverbien im Journalismus. Viele Zusätze verdoppelten Aussagen, verfälschten Begriffe oder schwächten deren Bedeutung ab. Als Beispiele nennt er die «potenzielle Gefahr», die eine Möglichkeit nochmals als möglich bezeichne, sowie «kritische Infrastruktur», eine aus dem Englischen übernommene Formel, deren Bedeutung im Deutschen unklar sei. Die Schweizerische Mediendatenbank verzeichnete für beide Formulierungen in den vergangenen zwölf Monaten deutlich mehr Treffer als zehn Jahre zuvor. Auch die Wendung «brutal vergewaltigt» kritisiert Diener: Weil jede Vergewaltigung Gewalt einschliesse, könne das Adjektiv nahelegen, andere Vergewaltigungen seien nicht brutal. Weitere überflüssige oder unlogische Beispiele sind «offiziell geschieden», «restlos überfüllt», «absoluter Stammspieler» und «stumpfe Gewalteinwirkung». Wo Zusätze nicht überflüssig seien, seien sie häufig falsch gewählt, argumentiert der Autor.