Themen: Ukraine Krieg, Geopolitik, Umwelt
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Die Nordostpassage entlang der russischen Arktisküste wird wegen früh schmelzenden Eises als kürzere Handelsroute zwischen Asien und Europa diskutiert. Sie könnte Fahrten gegenüber herkömmlichen Wegen deutlich verkürzen, gewinnt auch wegen der Unsicherheit am Persischen Golf und möglicher Gefahren für den Suezkanal an Bedeutung. Die Route führt jedoch unter russischer Kontrolle entlang der Küste; Moskau erhebt Transitgebühren, weshalb ihre Nutzung indirekt den Krieg gegen die Ukraine finanzieren könnte. Sanktionen erschweren zudem Versicherungen und Dienstleistungen für Eisbrecher, Flüssiggastanker und bestimmte russische Arktishäfen. Südkorea plant dennoch bis 2030 eine reguläre Verbindung nach Europa. Der Hafen Rotterdam erkennt wirtschaftliche Vorteile, verweist aber auf die besondere Verletzlichkeit des arktischen Ökosystems: Russablagerungen von Schiffen beschleunigen das Schmelzen des Eises, während Rettungs- und Notfallinfrastruktur knapp ist. Fachleute betonen zudem, dass Lieferkettenkrisen Konsumentinnen und Konsumenten für Herkunft, tatsächlichen Bedarf und die Abhängigkeit von langen, störungsanfälligen Transportwegen sensibilisieren können.