Themen: Bildung
Regionen: International, Europa
Die Michaela School in London setzt auf strikte Regeln, Ruhe im Unterricht, Schuluniformen sowie ein System von Plus- und Strafpunkten. Gute Leistungen, vollständige Anwesenheit und besondere Aufgaben werden mit Abzeichen ausgezeichnet; Störungen, fehlende Materialien oder Hausaufgaben ziehen Sanktionen nach sich. Schulleiterin Catherine Birbalsingh begründet die Konsequenz damit, dass Lehrpersonen ungestört unterrichten und Kinder Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen sollen. Trotz eines sozial eher benachteiligten Einzugsgebiets erzielten die Schülerinnen und Schüler laut dem Autor bessere Leistungen als jene führender britischer Eliteschulen. Didaktisch beruht der Unterricht auf direkter Wissensvermittlung, anschliessendem wiederholtem Abfragen und zeitlich gestaffeltem Wiederholen. Komplexere Aufgaben folgen erst, wenn Grundlagen sitzen. Der Autor stellt dieses Vorgehen selbstorganisiertem Lernen an Schweizer Schulen gegenüber, das er teilweise als Laissez-faire kritisiert. Eine direkte Übertragung lehnt er ab, sieht aber Potenzial für höhere Motivation, bessere Leistungen und Entlastung der Lehrpersonen.