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Wie Kinder nachts in Zuger Fabriken schuften mussten

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Wie Kinder nachts in Zuger Fabriken schuften mussten

Themen: Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen

Regionen: Schweiz, Zentralschweiz

Kinderarbeit gehörte im Kanton Zug um 1850 zum Alltag der frühen Industrialisierung. In den Spinnereien von Unterägeri und Neuägeri arbeiteten damals mehr als 400 Menschen, bei einer Kantonsbevölkerung von 17'500. Ein Viertel der Fabrikbelegschaft war 14 Jahre alt oder jünger; der jüngste bekannte Fabrikarbeiter war siebenjährig. Die sechs Tagesschichten von Montag bis Samstag dauerten jeweils 13 Stunden, die fünf Nachtschichten waren nur etwas kürzer. Der durchschnittliche Tageslohn lag unter einem Franken. Die Arbeiterschaft war zudem stark mobil: In Neuägeri war ein Fünftel der im Frühling 1850 Angestellten bis Herbst nicht mehr in der Spinnerei tätig. Fabrikwohnhäuser sollten Beschäftigte stärker an die Betriebe binden und das Anwachsen einer armen Wanderarbeiterschaft eindämmen. Diese zog auf der Suche nach Arbeit oder wegen Schulden von Ort zu Ort und war den harten Arbeitsbedingungen sowie dem strengen Fabrikregime ausgesetzt.

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