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«Wut und Scham»

Journal21
«Wut und Scham»

Themen: Gesellschaft, Innen-Politik

Regionen: International, Europa

Landesweite Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten sind in Frankreich in Gewalt umgeschlagen. Randalierende drangen in das Rathaus von Marseille ein, setzten die Mairie von Limoges in Brand und verwüsteten die Residenz der Präfektin in Bordeaux. Nach Angaben des Innenministeriums wurden fast 2400 Menschen festgenommen. Knapp 1000 Polizisten wurden verletzt, sieben davon schwer. Auch beim Polizeieinsatz erlitten Jugendliche schwere Verletzungen: In Saint-Étienne riss eine Granate einem 17-Jährigen die Hand ab; in Mulhouse verlor eine 17-Jährige ein Auge. Präsident Emmanuel Macron reagierte am Sonntagabend in einer knapp zehnminütigen Fernsehansprache auf die Ausschreitungen des Vortags. Er sagte, alle empfänden «Wut und Scham». Der Staatschef forderte die Parteien auf, die Gewalt klar zu verurteilen und zur Ruhe aufzurufen. Die Behörden beziffern die Festnahmen und Verletzten als Folgen der landesweiten Unruhen. Die Gewalt richtete sich damit sowohl gegen öffentliche Gebäude als auch gegen Einsatzkräfte und Demonstrierende.

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