Themen: Gesellschaft, KI/Digital, Gesundheit
Regionen: International, International Unbestimmt
Die täglich gesprochene Wortzahl ist zwischen 2005 und 2019 laut einer Studie von Forschenden der Universitäten Arizona und Missouri–Kansas City jährlich um durchschnittlich 338 Wörter gesunken. Das entspricht rund 120'000 weniger gesprochenen Wörtern pro Person und Jahr. Als Ursachen gelten zahlreiche Veränderungen: digitale Kommunikation ersetzt Gespräche, mehr Menschen leben allein und Homeoffice verringert persönliche Kontakte. Auch informelle Begegnungsorte wie Vereine, Kirchen oder Mehrgenerationenhaushalte verlieren an Bedeutung. Besonders stark fiel der Rückgang bei Jüngeren aus, die täglich 452 Wörter weniger sprachen; bei über 25-Jährigen waren es 314. Psychologen verbinden fehlende sprachliche Übung mit Schwierigkeiten, Gefühle zu benennen, und mit weniger sozialen Bindungen. Regelmässiger Austausch wird dagegen mit Gedächtnisleistung und emotionalem Wohlbefinden verknüpft. Weniger Gespräche könnten zudem Wortschatz und Denkweisen vereinfachen und Polarisierung begünstigen. Als Gegenmittel empfehlen Forschende kleine alltägliche Gespräche, Anrufe und Gruppenaktivitäten.