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Zähne ziehen lassen, um zu überleben

Infosperber
Zähne ziehen lassen, um zu überleben

Themen: Krieg&Frieden, Gesundheit

Regionen: International, Westasien

Der Krieg und die anhaltende Blockade haben die zahnmedizinische Versorgung im Gazastreifen weitgehend zerstört. Laut Bericht wurden 80 Prozent der Zahnkliniken ganz oder teilweise vernichtet, über hundert Zahnärztinnen und Zahnärzte getötet. Es fehlen Strom, Wasser, Medikamente sowie Geräte und Materialien; Israel lässt diese nach eigener Einschätzung wegen möglicher militärischer Verwendung vielfach nicht passieren. Für viele Patientinnen und Patienten bleibt deshalb nur das Ziehen kariöser Zähne. Nour Abo Shamala konnte eine Wurzelbehandlung für 300 Schekel nicht bezahlen und wartete trotz starker Schmerzen. Ahmed Abo Dan lieh sich 30 Schekel für eine Extraktion, nachdem ihm eine Wurzelbehandlung für 450 Schekel angeboten worden war. Zahnärzte protestierten im September vor dem IKRK-Hauptquartier in Gaza-Stadt für die Einfuhr von Material. Auf dem Schwarzmarkt gelangen kleine Mengen zu hohen Preisen ins Gebiet: Material für eine Füllung koste heute etwa 1200 statt früher 80 Schekel.

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