Themen: Gesundheit, Ungleichheit, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Höhere Krankenkassenprämien belasten besonders Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen, ältere Personen mit kleinen Renten und Menschen mit Migrationsgeschichte. Ein Viertel der Schweizer Haushalte ist bereits auf Prämienverbilligungen angewiesen. Der Armutsforscher Yann Bochsler bezeichnet diese als entscheidendes soziales Korrektiv zur strukturell ungerechten Kopfprämie. Die Winterhilfe Baselland registriert eine stark wachsende finanzielle Not: Laut Geschäftsführer Maurice Marzolf stieg die Zahl der wöchentlichen Anfragen innert zehn Jahren von vier bis sechs auf 35 bis 45. Für das Geschäftsjahr von Juli bis Juni erwartet die Organisation sieben Prozent mehr Gesuche; im Juli und August lagen sie zehn Prozent über dem Vorjahr. Nach der Kinder- und Jugendförderung sind Gesundheitskosten der zweithäufigste Grund für Unterstützung. Es folgen Wohnkosten, offene Rechnungen sowie Sachleistungen wie Kleidung, Betten oder Möbel. Zahlungen und Behandlungen werden wegen fehlender Mittel häufig zunächst aufgeschoben.