Themen: CH-Politik, Innen-Politik, Krieg&Frieden
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Ein Anwaltsbericht zum Ruag-Fall wirft Fragen zur Verantwortung früherer Führungsgremien auf. Ein ehemaliger Mitarbeiter soll über Jahre mit Schweizer Rüstungsgütern Geschäfte im Gesamtwert von 51 Millionen Euro gemacht und unter anderem 17 Geschützrohre für Leopard-2-Panzer kostenlos weitergegeben haben. Nach der Veröffentlichung des Berichts bezeichnete Armeechef Martin Pfister die Vorgänge als unglaublich. Verantwortlichkeitsklagen gegen damalige Spitzen des Staatsbetriebs seien jedoch nicht vorgesehen; die Ermittlungen richteten sich gegen zehn untergeordnete oder externe Personen, für die die Unschuldsvermutung gelte. Der Beitrag kritisiert insbesondere, dass der Verwaltungsrat 2019 einen Whistleblower-Hinweis intern behandeln liess. Der beschuldigte Manager habe dabei selbst eine Stellungnahme verfasst. Genannt werden der damalige Präsident Remo Lütolf, sein Vize Jürg Oleas und Verwaltungsrätin Sibylle Minder Hochreutener. Der mutmasslich beteiligte Walliser Kadermann schied 2022 aus; eine Strafanzeige der Ruag folgte laut Beitrag erst zwei Jahre später.